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Eukaryogenese: Königskinder-Problem gelöst?

Karikatur einer anaeroben Archaeen-Zelle und eines aeroben Bakteriums im Meer, die nicht zueinander kommen können
Es waren zwei Königskinder,
die hatten einander so lieb,
sie konnten beisammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief.

So beginnt die traurige Volksballade, die mit dem Tod der beiden endet. Erstaunlich, dass es den beiden Symbiosepartnern, aus denen die erste Eukaryoten-Zelle entstand, nicht genauso ergangen ist! Denn – so nahm man zumindest bisher an – die Archaeen-Zelle, die später zur Wirtszelle wurde und alle möglichen Gene und Zellstrukturen zu den Eukaryoten beisteuerte, war strikt anaerob: Der Sauerstoff, den Cyanobakterien mit der ersten Photosynthese in die Ur-Erdatmosphäre und die oberste Wasserschicht entlassen hatten, war durch seinen ungestümen Umgang mit energiereichen Elektronen schieres Gift für Archaeen. Entsprechend sollen sie in tiefen, anoxischen Meeres- oder Sedimentschichten gelebt haben. Weiterlesen