Abb. 43: Die Sägezahnkurve – Schübe und Remission

Viele Autoimmunerkrankungen entwickeln sich schubweise. Oft baut sich die Erkrankung über Jahre hinweg auf, bevor sie manifest wird, also Symptome zeigt und dann auch diagnostiziert werden kann (gestrichelte Linie). Die vorübergehende Besserung (Remission) nach dem ersten Schub, der sich wirklich bemerkbar macht, wird in der Fachliteratur als honeymoon phase bezeichnet, also als Flitterwochen-Phase: Die Patienten fühlen sich wieder gesund. Allerdings liegt die Talsohle nach dem jeweils nächsten Schub typischerweise ein Stück oberhalb der vorigen. Die Krankheit schreitet also trotz der Erholungsphasen voran.

Sie dürfen diese Zeichnung gerne in Folien etc. übernehmen, sofern Sie die Quelle angeben: Dr. Andrea Kamphuis, https://autoimmunbuch.de

Abb. 40: Autoimmunerkrankungen vs. Krebs: Betroffenenzahlen und Forschungsbudgets

In den USA gab es 2011 je nach Definition gut doppelt so viele oder sogar über viermal so viele Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Krebspatienten. 2003 steckten die National Institutes of Health mehr als zehnmal so viel Geld in die Onkologie wie in die Erforschung der Autoimmunerkrankungen. Vielleicht ist das Missverhältnis heute nicht mehr ganz so groß, aber neuere Zahlen hat die AARDA nicht veröffentlicht.

Sie dürfen diese Zeichnung gerne in Folien etc. übernehmen, sofern Sie die Quelle angeben: Dr. Andrea Kamphuis, https://autoimmunbuch.de

Abb. 39: Immunzellen als Feuerwehrleute

Laut Matzinger verhalten sich Immunzellen eher wie Feuerwehrleute, die erst aktiv werden, wenn jemand ein Feuer meldet. Ob sie denjenigen kennen, ist ihnen dabei egal.

Sie dürfen diese Zeichnung gerne in Folien etc. übernehmen, sofern Sie die Quelle angeben: Dr. Andrea Kamphuis, https://autoimmunbuch.de

Abb. 38: Immunzellen als wild gewordene Cops

Matzinger zufolge gehen Immunzellen in den klassischen Modellen der Immunologie wie wild gewordene Cops auf jeden los, den sie nicht kennen – sprich: auf jedes Antigen, das ihnen nicht schon im Thymus als harmlos vorgestellt wurde.

Sie dürfen diese Zeichnung gerne in Folien etc. übernehmen, sofern Sie die Quelle angeben: Dr. Andrea Kamphuis, https://autoimmunbuch.de

Abb. 35: Verlängerung der Befehlskette

Je mehr man über das Immunsystem erfuhr, desto länger wurde die Befehlskette bis zu den Abwehrmaßnahmen.

(a) Anfangs ging man davon aus, dass Pathogene wie dieses Bakterium von Antikörpern bemerkt und bekämpft werden.

(b) Dann entdeckte man die Produzenten der Antikörper, die B-Zellen, und die hier nicht dargestellten zytotoxischen T-Zellen.

(c) Diese Zellen werden aber nur aktiv, wenn T-Helferzellen (TH) bestätigen, dass etwas im Argen liegt.

(d) T-Helferzellen wiederum werden von antigenpräsentierenden Zellen (APC) aktiviert, die ihnen Antigene vorz igen – hier die Pickelhaube des Bakteriums.

(e) Später erkannte man, dass die APCs zugleich mit dem Antigen ein zweites Signal präsentieren müssen, das sie vom beschädigten Gewebe erhalten haben: einen Kostimulator. Hier liefert eine Zelle des Darmepithels (DE) dieses Alarmsignal (die Kerze).

(f) Im Lauf der Koevolution mit unserer Darmflora haben wir einige Abwehr-Aufgaben an diese friedfertigen Bakterien ausgelagert: Im Idealfall warnen sie unser Darmepithel vor Eindringlingen, bevor diese überhaupt Schäden anrichten. Denn eine spätere und dann umso heftigere Immunreaktionen auf die Pathogene würde sowohl das Darmepithel als auch die Darmflora belasten.

Sie dürfen diese Zeichnung gerne in Folien etc. übernehmen, sofern Sie die Quelle angeben: Dr. Andrea Kamphuis, https://autoimmunbuch.de