Dringende Leseempfehlung: An Epidemic of Absence

Ich bin noch nicht durch, aber mein Urteil steht bereits fest. Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Moises Velasquez-Manoff hat ein hervorragendes Sachbuch über die Hygiene- oder Alte-Freunde-Hypothese geschrieben: auf aktuellstem Wissensstand und gut lesbar – sofern man einigermaßen Englisch kann. (Hoffentlich wird es eine deutsche Fassung geben; einen Verlag habe ich schon neugierig gemacht.) In bester amerikanischer Manier wechseln sich erzählerische Intros mit verständlichen und dennoch informationsdichten Passagen über den wissenschaftlichen Background ab.

Die immense Zunahme von Allergien und Autoimmunerkrankungen in den letzten Jahrzehnten führt der Autor auf die allzu erfolgreiche Bekämpfung von Krankheitserregern, vor allem Würmern und anderen Eukaryoten, zurück: eine Hypothese, für die sich die Belege häufen und die mich hier im Blog schon öfter beschäftigt hat. (Einen Überblick bietet dieser Artikel, den ich ursprünglich für Spektrum.de geschrieben habe).

Anlass für die gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema (bis hin zum Selbstversuch, der Infektion mit dem Hakenwurm Necator americanus) war die eigene Erkrankung an Alopecia universalis und Asthma. Ich bin ein wenig neidisch auf den Autor, der im Grunde fast das Buch geschrieben hat, das mir vorschwebt. Zugleich bin ich froh, weil ich offenbar auf der richtigen Spur bin. Außerdem wird sich mein Buch im Aufbau und vor allem in der Aufmachung doch so sehr von „An Epidemic of Absence“ unterscheiden, dass die beiden Bücher sich keine Konkurrenz machen.

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