Entwurmungen in Entwicklungsländern: weniger erfolgreich als bisher angenommen?

Vor dem Hin­ter­grund des Schut­zes vor Auto­im­mun­er­kran­kun­gen und Asthma, den ver­schie­dene para­si­ti­sche Wür­mer vor allem bei Infek­tio­nen wäh­rend der Kind­heit zu ver­mit­teln schei­nen, fand ich das ernüch­ternde Ergeb­nis die­ses Cochrane-Reviews interessant:

David C. Taylor-Robinson et al.: Dewor­ming drugs for soil-transmitted intes­ti­nal worms in child­ren: effects on nut­ri­tio­nal indi­ca­tors, hae­mo­glo­bin and school per­for­mance. The Coch­rane Library, 11. Juli 2012, DOI10.1002/14651858.CD000371.pub4

(Berichte/Kommentare dazu hier und hier)

Über­set­zung der all­ge­mein­ver­ständ­li­chen Zusammenfassung:

Die wich­tigs­ten über Böden über­tra­ge­nen Wür­mer sind Faden­wür­mer, Haken­wür­mer und Peit­schen­wür­mer. In den Tro­pen und Sub­tro­pen sind sie vor allem in Kin­dern aus armen Gegen­den mit schlechter/fehlender Kana­li­sa­tion, hoher Bevöl­ke­rungs­dichte, schlech­ter Bil­dung und schlech­tem Zugang zum Gesund­heits­we­sen weit ver­brei­tet. Die Infek­tio­nen ver­ur­sa­chen bei Kin­dern manch­mal Unter­er­näh­rung, Wachs­tums­stö­run­gen und Anämie, und einige Exper­ten glau­ben, sie wür­den auch die schu­li­sche Leis­tung beein­träch­ti­gen. Neben Ver­bes­se­run­gen der Kana­li­sa­tion und der Hygiene wer­den auch Medi­ka­mente gegen Wür­mer eingesetzt.

Ein Ansatz besteht darin, nur die­je­ni­gen Indi­vi­duen zu behan­deln, die sich bei Mas­sen­tests als infi­ziert erwie­sen haben. Indi­zien deu­ten dar­auf hin, dass dies das Gewicht und evtl. auch die Hämo­glo­bin­werte ver­bes­sert, aber die Beleg­ba­sis ist klein. Bei einem ande­ren, der­zeit von der WHO emp­foh­le­nen und viel bes­ser unter­such­ten Ansatz wer­den alle Schul­kin­der mit Wurm­mit­teln behandelt.

Nach Unter­su­chun­gen nach einer ein­zel­nen Wurm­mit­tel­gabe oder nach meh­re­ren Dosen bleibt unge­wiss, ob sol­che Pro­gramme Ernäh­rungs­in­di­ka­to­ren wie Gewicht oder Kör­per­größe, die kogni­ti­ven Fähig­kei­ten, die Unter­richts­teil­nahme oder die schu­li­schen Leis­tun­gen posi­tiv beein­flus­sen. Es sieht so aus, als hät­ten sie keine Aus­wir­kung auf den Hämo­glo­bin­ge­halt des Blu­tes. Einer Unter­su­chung an einer Mil­lion Schul­kin­dern, bei der Todes­fälle unter­sucht wur­den, wurde bereits 2005 abge­schlos­sen, aber die For­scher haben ihre Ergeb­nisse noch nicht veröffentlicht.“

Dieser Beitrag wurde unter Aus der Fachliteratur abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>