Schlagwort-Archiv: Makrophagen

Keimblätter und zelluläre Schicksalswege

Ich komme noch ein­mal auf die Mel­dung zurück, der zufolge unsere Gewebs­ma­kro­pha­gen über­wie­gend nicht von Stamm­zel­len im Kno­chen­mark abstam­men, son­dern von Vor­läu­fern aus dem embryo­na­len Dot­ter­sack. Die meis­ten Nicht­bio­lo­gen wer­den das schul­ter­zu­ckend zur Kennt­nis neh­men. Für Bio­lo­gen ist es eine Sen­sa­tion, da man bis­her davon aus­ging, dass all unser Zel­len, Gewebe und Organe auf eines der drei Keim­blät­ter — Ectod­erm, Meso­derm und Endo­derm — zurück­ge­hen, die wäh­rend der sehr frü­hen Embryo­nal­ent­wick­lung ange­legt werden.

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Pflan­zen­keim mit Keim­blät­tern und ers­tem ech­tem Blätterpaar

Die Bezeich­nung „Keim­blät­ter“ erleich­tert das Ver­ständ­nis die­ser Vor­gänge lei­der über­haupt nicht, denn man denkt bei dem Wort an die ers­ten Blätt­chen kei­men­der Pflan­zen. Aus die­sen sim­pel gebau­ten Blätt­chen ent­steht aber spä­ter gar nichts; sie schüt­zen und ver­sor­gen die junge Pflanze, bis sie die ers­ten ech­ten Blät­ter aus­ge­bil­det hat, und ver­küm­mern dann.

Das ist bei den dreik­eim­blätt­ri­gen Tie­ren (allen bila­te­ral­sym­me­tri­schen Tie­ren, also sol­chen mit einer lin­ken und einer rech­ten Kör­per­seite) ganz anders — und damit auch bei den Men­schen. Wäh­rend der soge­nann­ten Gastru­la­tion fal­tet sich der bis dahin zwei­schich­tige Keim zu einem kom­ple­xe­ren drei­schich­ti­gen Gebilde zusammen.

Aus der äuße­ren, obe­ren Schicht, dem Ektod­erm, wer­den spä­ter unter ande­rem die Haut und das Ner­ven­sys­tem. Aus der inne­ren, nach kon­ven­tio­nel­ler Dar­stel­lung unters­ten, zum Dot­ter­sack ori­en­tier­ten Schicht, dem Endoderm, gehen unter ande­rem der Ver­dau­ungs­trakt, die Leber und die Lunge her­vor. Und die zuletzt durch Ein­wan­de­rung von Zel­len zwi­schen die bei­den ande­ren Zell­la­gen ent­stan­dene mitt­lere Schicht, das Meso­derm, bringt spä­ter die Kno­chen, Mus­keln und Nie­ren, das Herz und das Blut her­vor — also auch die Stamm­zel­len im Kno­chen­mark, aus denen unsere Immun­zel­len ent­ste­hen.    Wei­ter­le­sen

Das ambivalente Verhältnis des Embryos zum Immunsystem

Dass der Dot­ter in einem Voge­lei der Ernäh­rung des wer­den­den Kükens dient, ist all­ge­mein bekannt. Dass auch junge mensch­li­che Embryo­nen von einem Dot­ter­sack zeh­ren, bevor die Pla­zenta ihre Ver­sor­gung über­nimmt, ist vie­len Men­schen dage­gen nicht bewusst. Hier ein jun­ger Embryo eines Säu­ge­tiers — ob Mensch, Katz oder Maus, ist in die­sem Sta­dium noch kaum zu erken­nen. Links der Dottersack:

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Aus die­sem Dot­ter­sack wan­dern Zel­len in den jun­gen Embryo ein, die spä­ter zu Gewebs­ma­kro­pha­gen wer­den — siehe vor­letz­ter Bei­trag. Der schwarze Fleck ist die embryo­nale Leber, die bereits Immun­zel­len pro­du­ziert, bevor das Kno­chen­mark diese Auf­gabe über­nimmt. Über die Nabel­schnur — hier nur ange­deu­tet — gelan­gen Nähr­stoffe aus der Pla­zenta in den Embryo hin­ein und Abfall­stoffe aus ihm heraus.

Der Embryo muss das müt­ter­li­che Immun­sys­tem einer­seits fürch­ten, denn er ent­hält zur Hälfte väter­li­ches Erb­gut und stellt daher einen Fremd­kör­per dar, der Gefahr läuft, vom Orga­nis­mus abge­sto­ßen zu wer­den. Doch mit ver­schie­de­nen lös­li­chen Sub­stan­zen und Ober­flä­chen­mar­kern auf sei­ner Kon­takt­flä­che zum müt­ter­li­chen Pla­zen­ta­ge­webe (Tro­phob­last) spannt der Embryo einen Schutz­schirm auf:

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Ande­rer­seits ist der Embryo gerade zu Beginn der Schwan­ger­schaft auf die zahl­rei­chen Immun­zel­len ange­wie­sen, die sich in der Gebär­mut­ter­schleim­haut auf­hal­ten. Es sind näm­lich mas­sive Baumaßnahmen nötig:

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Der Embryo spannt die örtli­chen Immun­zel­len — vor allem natür­li­che Kil­ler­zel­len — ein, um das Ader­sys­tem der Gebär­mut­ter so um– und aus­zu­bauen, dass das müt­ter­li­che Blut genug Nähr­stoffe für den Nach­wuchs her­an­schaf­fen kann. Als Bau­an­wei­sun­gen die­nen ihm zum Teil die­sel­ben Signal­stoffe wie bei der Beschwich­ti­gung der Immun­zel­len, ins­be­son­dere das Pro­tein HLA-G.

Junge rote Blutkörperchen regulieren Immunreaktionen

Im letz­ten Bei­trag habe ich eine Stu­die vor­ge­stellt, der zufolge unreife rote Blut­kör­per­chen unser Immun­sys­tem in den Wochen nach der Geburt so stark zäu­men, dass die Erst­be­sied­lung des Darms mit gut­ar­ti­gen Bak­te­rien nicht zu einer gefähr­li­chen groß­flä­chi­gen Ent­zün­dung führt. Hier nun die pas­sen­den Skiz­zen — zunächst ein erwach­se­ner, kern­lo­ser Ery­thro­zyt, der bekannt­lich die Auf­gabe hat, Sau­er­stoff aus den Lun­gen in unser Gewebe zu trans­por­tie­ren, und ein jun­ger, unrei­fer Ery­thro­zyt, der wegen sei­nes Zell­kerns noch nicht die typi­sche Schei­ben­form der roten Blut­kör­per­chen ange­nom­men hat. Seine Auf­gabe ist es, Immun­re­ak­tio­nen aufzuhalten:

P1260500_Reifer_unreifer_Erythrozyt_650Dass die kern­hal­ti­gen rote Blut­kör­per­chen von Nicht-Säugetieren wie Fischen und Vögeln auch Auf­ga­ben im Immun­sys­tem über­neh­men, ist schon lange bekannt. Inso­fern sollte es uns nicht über­ra­schen, dass dies auch bei Men­schen der Fall ist — wenn auch nur in einem schma­len Zeit­fens­ter: Vor­läu­fer spä­te­rer roter Blutkörperchen, die den Mar­ker CD71 auf der Ober­flä­che tra­gen, hem­men durch Enzyme und womög­lich wei­tere lös­li­che Sub­stan­zen die Akti­vi­tät der T-Zellen, B-Zellen, den­dri­ti­schen Zel­len und Makro­pha­gen von Neu­ge­bo­re­nen. Even­tu­ell för­dern sie zudem durch Frei­set­zung von Zyto­ki­nen die Bil­dung von regu­la­to­ri­schen T-Zellen (Tregs) und T-Helferzellen des Typs 2 (Th2).

Sho­krol­lah Elahi ver­mu­tet, dass die mas­si­ven Ent­zün­dun­gen, unter denen viele Früh­ge­bo­rene lei­den, auf einen Man­gel an CD71+-Zellen zurück­zu­füh­ren sind. Diese Schutz­po­li­zis­ten ent­ste­hen näm­lich vor allem in den letz­ten Schwan­ger­schafts­wo­chen vor dem nor­ma­len Geburts­ter­min. Bei einer Früh­ge­burt ist ihre Zahl noch viel zu gering, um das Immun­sys­tem wäh­rend der Erst­be­sied­lung des Darms mit unse­ren Darm­bak­te­rien vom Amok­lauf abzuhalten.

Wie aber wer­den unreife Ery­thro­zy­ten „erwach­sen“? Sie ver­sam­meln sich im roten Kno­chen­mark um Makro­pha­gen, schei­den ihre Zell­kerne ab und neh­men ihre Arbeit als Sau­er­stoff­trans­por­teure auf. Die Kerne, die dabei nur stö­ren wür­den, wer­den von den Makro­pha­gen vertilgt:

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Wie so oft über­neh­men die Makro­pha­gen also die Müll­ent­sor­gung — beson­ders wich­tig, wenn es um die Besei­ti­gung von Ker­nen geht, da diese jede Menge Nukle­in­säu­ren (DNA) ent­hal­ten, die andern­falls starke Immun­re­ak­tio­nen aus­lö­sen wür­den. Extra­zel­lu­läre Nukle­in­säu­ren deu­ten näm­lich nor­ma­ler­weise auf Infek­tio­nen oder ein mas­si­ves Zells­ter­ben hin.

Lit.: S. Elahi (2014): New insight into an old con­cept: role of imma­ture ery­th­roid cells in immune patho­ge­ne­sis of neo­na­tal infection

 

Das Immunsystem in der Embryonalentwicklung: zwei Überraschungen

Nach lan­ger Pause zwei schnör­kel– und skiz­zen­lose Anmer­kun­gen zur Ent­wick­lung des Immun­sys­tems wäh­rend der Embryo­ge­nese, die ich in Teil 4 des Buches behandle:

1. Ali­ens aus dem Dottersack

Bis vor weni­gen Jah­ren dachte man, all unsere Immun­zel­len seien Nach­fah­ren der Stamm­zel­len im Kno­chen­mark — und somit „Blät­ter“ am häma­to­poe­ti­schen Stamm­baum, den ich hier vor einer Weile in zwei Arti­keln vor­ge­stellt habe. Dann ent­deckte man, dass das auf die Mikroglia­zel­len (makro­pha­ge­n­ähn­li­che Zel­len in unse­rem Gehirn) nicht zutrifft: Diese gehen viel­mehr auf Vor­läu­fer­zel­len zurück, die wäh­rend der frü­hen Embryo­nal­ent­wick­lung noch vor der Schlie­ßung der Blut-Hirn-Schranke aus dem Dot­ter­sack (!) ins spä­tere Gehirn ein­wan­dern. Diese Ur-Mikrogliazellen sind also extra­em­bryo­nale Ali­ens; sie gehö­ren zu kei­nem der drei Keim­blät­ter, aus denen ansons­ten all unsere Gewebe und Organe ent­ste­hen: Endo­derm, Meso­derm und Exo­derm. Dass wir bis an unser Lebens­ende auf Zel­len ange­wie­sen sind, die nicht aus einem Keim­blatt her­vor­ge­gan­gen sind, hätte man vor weni­gen Jah­ren noch für völ­lig unmög­lich erklärt.

Inzwi­schen hat sich her­aus­ge­stellt, dass das auch auf viele andere Gewebs­ma­kro­pha­gen zutrifft — zum Bei­spiel die Makro­pha­gen, die im Herz­mus­kel­ge­webe Patrouille lau­fen und die Homöostase auf­recht erhal­ten. Diese Zel­len, die teils direkt auf Vor­läu­fer im Dot­ter­sack, teils auf Dottersackzellen-Nachfahren aus der feta­len Leber zurück­ge­hen, sind offen­bar eben­falls imstande, sich ein Leben lang durch Tei­lung selbst zu erhal­ten. Erst bei einer Ent­zün­dung wan­dern zusätz­lich aus Knochenmark-Stammzellen ent­stan­dene Mono­zy­ten in das Gewebe ein, die dort zu Makro­pha­gen heranreifen.

Diese „Notfall-Makrophagen“ sie­deln sich aber in vie­len Gewe­ben nicht dau­er­haft an, son­dern wer­den nach erfolg­rei­cher Bekämp­fung der Ent­zün­dung von den örtli­chen Gewebs­ma­kro­pha­gen abge­tö­tet und besei­tigt. In ein­jäh­ri­gen Mäu­sen etwa stam­men die meis­ten Makro­pha­gen in der Leber, im Gehirn und in der Haut (also Kupffer-, Mikroglia– und Langerhans-Zellen) größ­ten­teils noch von den Dot­ter­sack– und Leber-Vorfahren ab, wäh­rend sich das Ver­hält­nis in den Lun­gen mit zuneh­men­dem Alter zuguns­ten der Monozyten-Makrophagen verschiebt.

Lit.: A. Dey, J. Allen, P. A. Hankey-Giblin (2015): Onto­geny and pola­riza­tion of macro­pha­ges in inflam­ma­tion: blood mono­cy­tes ver­sus tis­sue macro­pha­gesE. Gomez Per­di­guero et al. (2015): Tissue-resident macro­pha­ges ori­gi­nate from yolk-sac-derived erythro-myeloid progenitors

2. Neo­na­ta­les Immun­sys­tem voll ent­wi­ckelt und aktiv unterdrückt

Lange glaubte man, Neu­ge­bo­rene seien so anfäl­lig für Infek­tio­nen, weil ihr Immun­sys­tem noch sehr unreif sei. Wie sich Ende 2013 her­aus­stellte, ist es tat­säch­lich bereits voll ent­wi­ckelt: Das Kno­chen­mark, aus dem die Zel­len der ange­bo­re­nen Abwehr und die B-Zellen her­vor­ge­hen, ist schon lange vor der Geburt aktiv, und auch der Thy­mus, in dem die posi­tive und nega­tive Selek­tion der T-Zellen statt­fin­det, hat seine Arbeit schon aufgenommen.

Das Immun­sys­tem wird aber in den ers­ten Lebens­wo­chen aktiv unter­drückt, um eine Besied­lung des Darms mit lebens­not­wen­di­gen Bak­te­rien und ande­ren Mikro­or­ga­nis­men zu ermög­li­chen. Dafür sind spe­zi­elle rote Blut­kör­per­chen oder Ery­thro­zy­ten zustän­dig, die den Ober­flä­chen­mar­ker CD71 tra­gen und vor allem in weni­gen Wochen vor und nach der Geburt her­ge­stellt wer­den. Sie pro­du­zie­ren das Enzym Arginase-2, das zu einem Man­gel an der Ami­no­säure Argi­nin führt. Die­ser Man­gel wie­derum hemmt die Her­stel­lung von Zyto­ki­nen in den Zel­len der ange­bo­re­nen Abwehr.

Zwar kön­nen sich Neu­ge­bo­rene wegen die­ses Man­gels an Abwehr­stof­fen leicht mit Erre­gern wie Esche­ri­chia coli oder Lis­te­ria mono­cy­to­ge­nes anste­cken. Aber dafür rea­gie­ren sie auf die Besied­lung mit unse­rem Mikrobiom-Starterkit nicht mit einer hef­ti­gen Immun­re­ak­tion, die noch weit­aus gefähr­li­cher wäre.

Lit.: S. Elahi et al. (2013): Immu­no­sup­p­res­sive CD71+ ery­th­roid cells com­pro­mise neo­na­tal host defence against infection

Auswertung Wissenschafts-Newsletter, Teil 1

Nach lan­ger Pause wegen Über­stun­den und Krank­heit stürze ich mich wie­der in die Arbeit am Buch. Ich bin immer noch mit der Beschrei­bung der wich­tigs­ten Mecha­nis­men beschäf­tigt, über die Infek­tio­nen mut­maß­lich Auto­im­mun­er­kran­kun­gen aus­lö­sen: mole­ku­lare Mimi­kry, Bystan­der Activa­tion, Epi­tope Sprea­ding und poly­klo­nale Akti­vie­rung, z. B. durch Superantigene.

Neben­bei wühle ich mich durch die Wissenschafts-Newsletter der letz­ten Monate. Evtl. fürs Buch rele­vante Mel­dun­gen ver­linke ich hier. Den Anfang macht The Sci­en­tist, vor allem mit Mel­dun­gen zum Mikrobiom.

Micro­bes Fight Chro­nic Infec­tion: Eine am 23.10.2014 in Nature ver­öf­fent­lichte Stu­die zeigt, dass Clos­tri­dium scin­dens und in gerin­ge­rem Umfang 10 wei­tere Bakterien-Taxa aus dem Darm-Mikrobiom Antibiotika-behandelte (und daher dys­bio­ti­sche) Mäuse vor Infek­tio­nen mit Clos­tri­dium dif­fi­cile schüt­zen kön­nen. Evtl. lässt sich dar­aus eine The­ra­pie für dys­bio­ti­sche Men­schen ent­wi­ckeln, die weni­ger ris­kant ist als die Stuhl­trans­plan­ta­tio­nen, die der­zeit in, äh, aller Munde sind.

Gut Micro­bes Trig­ger Malaria-Fighting Anti­bo­dies: Eine am 04.12.2014 in Cell ver­öf­fent­lichte Stu­die zeigt, dass E. coli im Darm von Mäu­sen die Bil­dung von Anti­kör­pern gegen den Koh­len­was­ser­stoff Galα1-3Galb1-4GlcNAc-R (kurz: α-gal) aus­löst, der sowohl an der Ober­flä­che der Bak­te­rien als auch auf Malaria-Erregern (bei Mäu­sen Plas­mo­dium berg­hei, bei Men­schen Plas­mo­dium fal­ci­parum) zu fin­den ist. Diese Anti­kör­per sind auch im Blut gesun­der Men­schen in gro­ßen Men­gen anzu­tref­fen. Dank einer Dreifach-Mutation in den gemein­sa­men Vor­fah­ren der Men­schen und der Men­schen­af­fen stel­len unsere Zel­len kein α-gal mehr her, sodass die Anti­kör­per nicht den eige­nen Kör­per angrei­fen. Mit P. berg­hei infi­zierte Mäuse mit den durch das Bak­te­rium indu­zier­ten Anti­kör­pern im Blut erkrank­ten nur halb so häu­fig an Mala­ria wie Mäuse ohne die Anti­kör­per.    Wei­ter­le­sen

Bildergalerie

Da ich im Moment nicht zum aus­führ­li­chen Blog­gen komme, stelle ich hier ein­fach die neu­es­ten Abbil­dun­gen fürs Buch vor: unkom­men­tiert — und damit wohl auch unver­ständ­lich. Aber das eine oder andere Ele­ment spricht viel­leicht doch für sich selbst:

P1200120_IFN_und_AIE_1000

P1200095_U-Form_1_Grundtonus_nach_Casadevall_650

P1200100_U-From_2_entzündungshemmend_nach_Casadevall_650

P1200105_U-Form_3_entzündungsfördernd_nach_Casadevall_650

P1190917_Wahren-Herlenius_Autoimmunität_Risiken_650

Wahren-Herlenius_Rückkopplung_angeb_erw_Abwehr_AIE_650

  Primär_Sekundärantwort_IgM_IgG_650

Zeitverlauf_klonale_Expansion_Kontraktion_CD4_CD8_650n

Und jetzt wei­ter im Text — oder viel­mehr im Bild: Die nächste Zeich­nung dreht sich um die cir­ca­diane Rhyth­mik des Immun­sys­tems, also die Schwan­kun­gen von Zell– und Stoff­kon­zen­tra­tio­nen sowie –funk­tio­nen im Tagesverlauf.

Aufbau des Thymus

Skizze für das Kapi­tel über die Organe des Immun­sys­tems in Teil 2 des Buches: ein Thymus-Läppchen, beste­hend aus Rinde (Kor­tex) und Mark (Medulla); Vor­la­gen: Janeway’s, 7th edi­tion, S. 274, und eine Abbil­dung auf embryology.ch

P1170230_Thymus_Feinbau_Kapsel_schwarz_650Außer der Kap­sel und den Sep­ten, in denen auch — nicht dar­ge­stellte — Blut­ge­fäße ver­lau­fen, sehen wir

  • den Saum aus sub­kap­su­lä­ren Epi­t­hel­zel­len (die „Augen“)
  • thy­mic nurse cells (oben, schwarz)
  • kor­ti­kale Thymus-Epithelzellen (schraf­fiert, hel­ler Kern)
  • medul­läre Thymus-Epithelzellen (mTEC; schraf­fiert, schwar­zer Kern)
  • Makro­pha­gen aus dem Kno­chen­mark (blu­men­för­mig, schwar­zer Kern)
  • den­dri­ti­sche Zel­len aus dem Kno­chen­mark (weiße Seesterne)
  • ein Hassall-Körperchen (mit­ten im Mark; Funk­tion unklar).

In den Hohl­räu­men des Netz­werks, das die Thymus-Epithelzellen auf­span­nen, drän­gen sich T-Zellen — beson­ders dicht in der Rinde. Um die Abbil­dung nicht zu unüber­sicht­lich zu machen, habe ich sie im mitt­le­ren Thymus-Läppchen weg­ge­las­sen und ihre Ver­tei­lung im ange­schnit­te­nen rech­ten Läpp­chen ange­deu­tet. Die posi­tive Selek­tion in der Rinde und die nega­tive Selek­tion im Mark sor­gen für eine starke Aus­dün­nung, die zum Teil durch die Tei­lun­gen der T-Zellen wäh­rend ihrer Wan­de­rung von der Rinde ins Mark kom­pen­siert wird — siehe nächs­ter Beitrag.

Die nega­tive Selek­tion habe ich im Mai schon mal im Comic-Stil skizziert.

Neue Literatur bis einschließlich Dezember 2013, Teil 2

Wei­ter geht’s mit der Aus­beute der auf­ge­lau­fe­nen Wissenschafts-Newsletter. T1-T5 sind die Buch­teile, für die der Arti­kel jeweils rele­vant sein könnte (T1 Ein­füh­rung, T2 Grund­la­gen Immun­sys­tem, T3 Ablauf [Auto]Immunrekation, T4 Ent­wick­lung Immun­sys­tem von der Zeu­gung bis ins Alter, T5 Evo­lu­tion Immunsystem).

How HIV Des­troys Immune Cells T3

Dogs, Dust Micro­bes, and All­er­gies T4, T5 (Koevo­lu­tion Immun­sys­tem — Mikrobiom)

Nis­hi­kawa H et al. (2013): Sex dif­fe­ren­ces in the pro­tec­tion of host immune sys­tems by a poly­em­bryo­nic para­si­toid (Abstract) T3T5

Kal­lio ER et al. (2013): Mater­nal anti­bo­dies con­tri­bute to sex-based dif­fe­rence in han­ta­vi­rus trans­mis­sion dyna­mics (Abstact) T4

Bolte S et al. (2913): Spe­ci­fic immune pri­ming in the inva­sive cteno­phore Mnemi­op­sis leidyi (Abstract) T5

Rosen­g­aus RB et al. (2013): Immune-priming in ant lar­vae: social immu­nity does not under­mine indi­vi­dual immu­nity (Abstract) T3T5

McFall-Ngai M et al. (2913): Ani­mals in a bac­te­rial world, a new impe­ra­tive for the life sci­en­ces (Open Access) T4, T5 (Mikrobiom)

Zuk M, Bor­rello ME (2103): Para­si­tes and altru­ism: con­ver­ging roads (Open Access) T5

Potlukova, Eliska, et al. (2013): Asso­cia­tion bet­ween Low Levels of Mannan-Binding Lec­tin and Mar­kers of Auto­im­mune Thy­roid Disease in Pregnancy (Open Access) T3T4

Choi YM et al. (2013): Low Levels of Serum Vit­amin D3 are Asso­cia­ted with Auto­im­mune Thy­roid Disease in Pre-Menopausal Women (Abstract) T3T4

Mis­ki­nyte M et al. (2013): The Gene­tic Basis of Esche­ri­chia coli Pathoad­apta­tion to Macro­pha­ges (Open Access) T3, T5
Dazu auch How Bac­te­ria Evade the Immune System

David LA et al. (2013): Diet rapidly and repro­du­ci­bly alters the human gut micro­biome (Abstract) T4, T5
Dazu auch Gut Bac­te­ria Vary with Diet

Probst AJ et al. (2013): Archaea on Human Skin (Open Access) T4, T5
Dazu auch Neue Mit­be­woh­ner auf der mensch­li­chen Haut entdeckt

Ris­tori G et al. (2103): Effects of Bacille Calmette-Guérin after the first demy­e­lina­ting event in the CNS (Abstract)  T3
Dazu auch TB Vac­cine Pro­tects Against MS

Hsiao EY et al. (2013): Micro­biota Modu­late Beha­vio­ral and Phy­sio­lo­gi­cal Abnor­ma­li­ties Asso­cia­ted with Neu­ro­de­ve­lop­men­tal Dis­or­ders (Open Access) T4
Dazu auch Gut Micro­bes and Autism

Joseph CG et al. (2013): Asso­cia­tion of the Auto­im­mune Disease Scle­ro­derma with an Immu­no­lo­gic Response to Can­cer (Abstract) T3
Dazu auch A Can­cer Culprit in Autoimmunity